Exxon-OV-03.12.05"Dei Müse van Aite"  Dei Müse van Aite    Denkmal "Dei Müse van Aite" beim Pfarrhaus in Oythe
                                                       Heimatverein Oythe e.V.                                                                                                                                        Inhaltsübersicht    Impressum     Disclaimer    Home
______________________________________________________________________________________________________________


Startseite
Nach oben
  Gästebuch  

Ortsplan Oythe bei Sextro (Ortseingang Oythe von Goldenstedt kommend)

Exxon bohrt für 20 Millionen in Oythe

Quelle: OV-Artikel vom 03.12.2005


Pilotprojekt soll Ende Februar abgeschlossen sein/2000 Meter Tiefe bereits erreicht

 
Der Meißel ist auf: 60000 bis 70000 Euro kostet einer der mit Diamantzacken besetzten Bohrmeißel, die auf Oythe Z 3 eingesetzt werden, um das Süßgas der 4000 Meter tief gelegenen Karbonfelder zu erschließen. Der Bohrturm ist mit 52 Metern höher als mancher Kirchturm in der Region. Techniker verfolgen am Computer den Bohrvorgang in einigen tausend Meter Tiefe. 
Fotos: es

Von Klaus Esslinger
Oythe -
Der Bohrmeißel dreht sich in einer Tiefe von 2000 Metern. Auf dem Computerbildschirm verfolgen die Techniker auf der Bohrstelle Oythe Z 3 das Geschehen. Am Bohrkopf beträgt die Temperatur 96 Grad, deshalb strömt heißer Dampf aus dem Bohrloch der derzeit größten Baustelle in der Kreisstadt.
Peter Weustermann, früher Schüler der Realschule in Vechta, ist Oberbohrmeister und überwacht die Bohrung nach Süßgas. Das befindet sich nach Ansicht der Geologen im Karbongestein knapp 5000 Meter tief unter der Erdoberfläche. Fraglich ist nur noch, wie groß das Vorkommen im extrem harten Tiefengestein sein wird.
Das Gebiet um Oythe ist mit Erdgas reich gesegnet. Bereits 1961 bohrte das Unternehmen Brigitta in Goldenstedt nach Öl und stieß völlig überraschend auf Erdgas. Bereits 1961 wurde eine Leitung zu den Stadtwerken Bielefeld gebaut und "Goldenstedter Erdgas" dorthin befördert, erklärt Diplom-Ingenieur Thomas Fischer, der bei der ExxonMobil für Unternehmenskommunikation zuständig ist.
Zehn Milliarden Kubikmeter Sauer- und Süßgas werden im Oldenburger Münsterland jährlich gefördert, das sind zehn Prozent der gesamten Förderung in Deutschland. Die Region südlich von Oldenburg ist damit das größte Erdgasfeld in Deutschland. Das Sauergas wird zur Aufbereitungsanlage nach Großenkneten geleitet und dort entschwefelt. Eine Million Kubikmeter flüssiger Schwefel verlassen jährlich die Großenkneter Anlage in Richtung chemischen Industrie. Rund um Oythe wird sowohl Sauer- als auch Süßgas gefördert. Wenige Meter von der gigantischen Anlage auf dem Oyther Esch entfernt gab es eine Sauergasbohrstelle in 3000 Meter Tiefe. Sie wurde zugeschüttet.
Die neue, auch nachts taghell beleuchtete Bohrstelle ist eine Fabrik aus Containern, die auf eine zuvor asphaltierte Ackerfläche gestellt wurde. Das Land hat Exxon Mobil für die nächsten 30 Jahre gepachtet. 20 Millionen Euro wird das Modellprojekt verschlingen, schätzt Thomas Fischer, bis die angepeilte Tiefe erreicht ist. 150 Tonnen Stahlrohre werden dafür gebraucht.
Vor Lärm und Licht der Bohrstelle werden die benachbarten Bauernhöfe durch hohe Lärmschutzwände geschützt. Auch die Sicherheitsvorkehrungen auf der Anlage sind hoch. Denn bei 3000 Metern werden Peter Weustermann und seine Kollegen unfreiwillig auch auf Sauergas stoßen. Für diese Begegnung ist der Oberbohrmeister aber mit modernster Technik gewappnet. Sobald am Bohrloch irgendetwas Ungewöhnliches passiere, werde die Öffnung in wenigen Sekunden durch Schutzventile automatisch geschlossen.
Pro Minuten werden 4000 Liter Wasser, versetzt mit einem Gel, in das Bohrloch gepumpt. Die Energie stammt übrigens aus einer eigenen Stromleitung und wird direkt in die vorhandenen Generatoren gespeist. "Wenn die auf dem Stoppelmarkt zu wenig Saft haben, können wir gerne aushelfen", scherzt Weustermann, der seit 30 Jahren im Geschäft ist. So tief und so lang wie hier wurde bisher noch nirgends gebohrt, sagt der Fachmann.
Thomas Fischer hofft, dass die Bohrstelle Oythe Z3 später einmal 20000 bis 30000 Kubikmeter Gas fördern wird. "Dann hätte sich die Investition mehr als gelohnt", sagt der Sprecher des weltgrößten Energiekonzerns. Und dann werden über 20 Bohrungen in Nordwestdeutschland folgen, um weitere Süßgas-Vorkommen zu erschließen.


zurück                                                                                                                                                                nach oben

Copyright by Heimatverein Oythe e.V
Bei Fragen, Anregungen und Kritik wenden Sie sich bitte an: 
heimatverein@heimatverein-oythe.de
.
Stand: 06. August 2010 
  Besucher seit dem 09.04.2004
Hier
 ist Platz
für 
Ihre Werbung

HAWITA-Gruppe - Torf und mehr aus Telbrake

Blechbearbeitungszentrum in Holzhausen bei Vechta

Oyther Ansichten