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Früher
„Holstehusen" genannt
Im
Nordosten der Stadt Vechta liegt die einst selbständige Gemeinde Oythe mit
ihren Bauerschaften Telbrake und Holzhausen sowie dem adeligen Gut Füchtel.
Oythe wurde bei der oldenburgischen Verwaltungsreform 1933 in die Stadt Vechta
eingegliedert. Urkundlich wird Oythe erstmals im Jahre 947 genannt. Damals
schenkte Kaiser Otto I. dem Kloster Enger den Meyerhof zu Oythe.
Die Bauerschaft Holzhausen ist urkundlich jünger als Oythe und wird das
erste Mal im elften Jahrhundert in einem Heberegister des Klosters Corvey erwähnt.
Spuren deuten aber darauf hin, dass Holzhausen uraltes Siedlungsgebiet ist.
Durch Urnenfunde und einem Hünengrab ist diese Annahme gesichert. Das Hünengrab
wurde im Jahre 1840 zerstört und seine Steine in dem Chor der Kirche in Oythe
verarbeitet.
Durch
Holzhausen führte der „Pickerweg". Es war dieses nach Nieberding ein
„alter Heerweg von Wildeshausen nach Damme". Der vielen Zölle wegen,
die allerorts erhoben wurden, suchten Kaufleute abseits liegende Schleichwege
auf. Der Pickerweg galt hierfür als besonders gut geeignet.
Der
Name Holzhausen sagt, dass diese Gegend in früheren Jahrhunderten waldreich
gewesen sein muss, was heute aber heute nicht mehr der Fall ist. Durch
Bauernfleiß wurden die sich später bildenden Heideflächen in eine fruchtbare
Landschaft umgewandelt.
Holzhausen
wurde im Mittelalter „Holthuson" genannt, so auch in dem erwähnten
Corveyer Register. Im Oldenburger Urkundenbuch wird dieses „Holthuson"
als Holzhausen bei Wildeshausen gedeutet. In den Osnabrücker Mitteilungen
schreibt Hermann Osthoff, daß in diesem Fall nur Holzhausen bei Vechta gemeint
sein kann. Vom 14. bis 18. Jahrhundert wurde Holzhausen „Holstehusen"
und im vorigen Jahrhundert auch wohl „Ohlshausen" genannt.
Die
Bauernschaft grenzt im Norden an Langförden, im Osten an Lutten, im Süden an
die Muttergemeinde Oythe und im Westen an Vechta. Im Osten ist die sich durch
den Bruch und durch Wiebracks Wiesen schlängelnde „Alte Bäke", heute fälschlicherweise
„Vechtaer Moorbach" genannt, die Grenze. Der Lauf des Moorbaches beginnt
seit altersher dort, wo sich die „Alte Bäke" und die aus Lutten kommende
„Schlochter Bäke" vereinen.
Holzhausen
hat sehenswerte Bauernhöfe, aber keine Gebäude wie Kirche und Schule, um die
sich ein Ortskern hätte bilden können. Im Mittelalter gab es aber bei Thesing/Sieveke
einen Dorfplatz. Holzhausens Bewohner leben verstreut an den verschiedenen Straßen
der Bauernschaft. Einen zaghaften Versuch zur Dorfbildung gab es, nachdem hier
eine Haltestelle der Deutschen Reichsbahn eingerichtet wurde. In der Umgebung
dieser Haltestelle entstanden in kürzester Zeit mehrere neue Häuser.
Die Einwohnerzahl der Bauernschaft stagniert. Schon 1825 zählte
Holzhausen 245 Einwohner in 45 Wohnungen und war damit dichter besiedelt als
die damalige Muttergemeinde Oythe. Im Jahre 1965 lebten hier 280 Einwohner in
rund 65 Häusern, und auch heute liegt die Einwohnerzahl nur geringfügig darüber.
Die Bevölkerung war durch all die Jahrhunderte
landwirtschaftlich orientiert; sie verbesserte ihre Einnahmen oft durch
Nebenverdienste. Im vorigen Jahrhundert haben einige von ihnen Frachtfahrten
nach Oldenburg, Bremen und in andere Städte gemacht. Warns und Windhaus führten
eine Branntweinbrennerei. Thesing besaß eine Zementfabrik (auf dem heutigen
Betriebsgelände der Firma Elektro Warnking) und Kloppenburg eine Dampfmühle.
Die Mühle stand auf dem Platz, wo sich heute das Werk Schockemöhle befindet.
Im Jahre 1894 plante das Großherzogliche Amt in Oldenburg
den Bau der Eisenbahnlinie von Neunkirchen nach Wildeshausen. Diese wurde dann
im Mai 1898 eröffnet und damit hatte Holzhausen einen Bahnhof. Dieser war bis
1967 für den Personenverkehr geöffnet. Danach wurde das Bahnhofsgebäude
abgebrochen.
Quellen:
„Neue Zeitung" vom 17. Januar 1891 *Allgemeines Landesadressbuch von
1839* „Wir in Oythe" *Hermann Osthoff: Ortsnamen.
Bericht
von Heinz Aumann in den Heimatblättern Vechta
Quelle:
Aus
dem Heft der Dorfgemeinschaft Holzhausen von 1995 Seite 9-10
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