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Die Strukturreform – Vorgänge 2005

(Quelle: Auszug aus Heft Nr. 19 des HV Oythe)   - komplettes Heft 19 hier ==> 

Damit sich jeder ein Bild von den Aktivitäten aller Beteiligten an dem Prozess der Umgestaltung der Kirchengemeinden im Stadtbereich von Vechta machen und so zu einer eigenen Bewertung kommen kann, werden im Folgenden die Vorgänge und Dokumente vorgestellt.
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  1. Leitartikel G. Böske im Mitteilungsblatt Nr. 18 vom März 2005 (S. 1 – 8) und „Worüber man/frau in Oythe spricht“ (S. 87).

  2. Mitgliederversammlung des Heimatvereins Oythe am 7.3.2005.

  3. Kirchenvorstand und Vorstand des Pfarrgemeinderates schreiben am 24.4.2005 an den Herrn Offizial und Weihbischof H. Timmerevers

  4. Versammlung der Vorstände der Pfarrgemeinderäte und Kirchenausschüsse der drei Vechtaer Kirchengemeinden im Pfarrheim St. Georg am 16.6.2005

  5. Als Folge der Versammlung vom 16.6.2005 tritt Bernd Neteler als Kirchenprovisor zurück und begründet seinen Schritt in folgendem Brief an den Weihbischof

  6. Sitzung des Kirchenausschusses St. Marien Oythe am 27.6.2005

  7. Pfarrversammlung in Maria Frieden am 4.7.2005

  8. Gastwirtschaft Treffpunkt Oythe – 13.7.2005

  9. Treffen der Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit am 2.8.2005

  10. Ein Aufnahmeteam des NDR macht am 14.8.2005 Filmaufnahmen

  11. Am 18.8.2005 wird von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft das Verteilen der Flyer und die Organisation der Unterschriftenaktion besprochen.

  12. Die Interessengemeinschaft, mit Brigitte Koscharre als Ansprechpartnerin, informiert am 30.8.2005 mit folgendem Schreiben den Weihbischof über die Unterschriftenaktion

  13. Anfang September kommt es zu einem Treffen der Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte

  14. Am 16.9.2005 beantwortet Herr Winter den Brief der Interessengemeinschaft

  15. Am 4.10.2005 schreibt Herr Winter allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte und Kirchenausschüssen

  16. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft aus Oythe und die Vorstände des Kirchenausschusses und des Pfarrgemeinderates aus Oythe treffen sich am 10.10.2005

  17. Am 18.11.2005 beantwortet die Interessengemeinschaft, vertreten durch Frau Brigitte Koscharre, den Brief von Herrn Winter vom 16.9.2005

  18. Die Antwort des Weihbischofs auf das Schreiben vom 18.11.2005 datiert vom 29.11.2005

  19. In der Woche vor Weihnachten ist an alle Haushaltungen in Maria Frieden und Oythe folgendes Schreiben der Interessengemeinschaft verteilt worden

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2. Mitgliederversammlung des Heimatvereins Oythe am 7.3.2005. Es kommt zu einer heftigen Aussprache, in deren Verlauf schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Offizialates geäußert werden. Gefordert wird die Einberufung einer Pfarrversammlung.

Anmerkungen: Was sollen die Verantwortlichen auf Gemeindeebene in einer Pfarrversammlung mitteilen, wenn sie selbst über die Pläne bzw. die konkrete Ausgestaltung der Strukturveränderungen nicht informiert bzw. diese von den Verantwortlichen noch nicht zu Ende gedacht sind? Mit Halbwahrheiten verwirrt man nur die Öffentlichkeit.

 

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3. Kirchenvorstand und Vorstand des Pfarrgemeinderates schreiben am 24.4.2005 an den Herrn Offizial und Weihbischof H. Timmerevers:

Sehr geehrter Her Bischof!

Die beabsichtigte Strukturreform der Kirchen- und Kapellengemeinden des Offizialatsbezirkes Oldenburg bereitet den Gläubigen von St. Marien Oythe zunehmde Ängste und Sorgen.

Entsprechend Ihrer Vision: „Wir sind missionarische Kirche in vielen kleinen Gemeinschaften und Gemeinden, für andere da, selbstbewusst, glaubwürdig und mit Nachwuchs!“ gab und gibt es in Oythe noch stark geprägte Sozialstrukturen, die über viele Gemeinschaften, Vereine und Verbände neben gesellschaftlichen, sportlichen und kulturellen Aspekten auch das religiöse Leben in unserer Gemeinde bis auf den heutigen Tag prägen.

Die Kirchengemeinde Oythe mit ihren Ortschaften Holzhausen, Telbrake und Füchtel und dem Kirchspiel Oythe gehört zwar seit 1933 zum Stadtgebiet Vechta, sie nimmt dennoch eine Sonderstellung innerhalb des kommunalen Gefüges ein. Deshalb bestand bis zur letzten Kommunalwahl auch noch ein Ortsrat für Oythe, dessen Vorsteher Herr Maximilian Graf von  Merveldt war.

Die Besonderheit der kommunalen Enklave findet ihren Niederschlag auch heute noch in zahlreichen politischen, gesellschaftlichen, sportlichen und kirchlichen Ereignissen, die sich ausschließlich auf den Ortskern Oythe konzentrieren.

Dieses ausgeprägte Wir – Gefühl der Oyther Bevölkerung leidet zunehmend unter der Vorstellung, bei einem Zusammenschluss von drei Kirchengemeinden auf Stadtverbandsebene jede Identifikation als bisherige Dorfgemeinschaft Oythe zu verlieren.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Leitartikel des Heimatvereins Oythe e.V. in seinem Mitteilungsblatt Nr. 18 aus März 2005, welcher auf der Mitgliederversammlung nach erregter Aussprache eine nahezu einmütige Zustimmung fand.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres haben wir unser Votum für eine pfarrgemeindliche Stadtverbandslösung noch mit der Vorstellung verbunden, über eine nahezu paritätische Besetzung zukünftiger Gremien eine weitgehende Interessenvertretung für die Kirchengemeinde Oythe und ein gleich gewichtiges Mitwirken in kirchlichen Angelegenheiten auf Stadtverbandsebene sicherstellen zu können. Diese Erwartungen sind nach Ihrem Sonderheft: „Aufbruch mit Vision“ nur noch für die Gremien der Übergangszeit, nämlich für den Verwaltungsausschuss und den Seelsorgerat, gerechtfertigt.

Nach den neuesten Statuten werden bei einem Zusammenschluss der Kirchengemeinden auf Stadtverbandsebene die bisherigen Teilgemeinden ihre rechtliche Existenz verlieren und in der neuen Großgemeinde von 14143 Kirchenmitgliedern fortbestehen, die einen Kirchenausschuss von 16 Mitgliedern erhalten wird, von denen Oythe nur z w e i Personen stellen können wird.

Diese Konstellation lässt für Oythe keine angemessene Interessenvertretung mehr zu.

Auch im Pfarrgemeinderat wird das Bild nicht viel anders aussehen, da die Wahlordnungen

keinen Minderheitenschutz gewähren und bei einer Großgemeinde von 14143 Kirchenmitgliedern sich die mitgliederschwache Teilgemeinde Oythe (2323) nur mit wenigen Personen bei einer PGR-Wahl durchsetzen können wird.

Die vielen örtlichen Laiengruppen werden bei einer solchen Fremdbestimmung des pfarrgemeindlichen Zusammenlebens ihre Identifikation mit ihrer Heimatgemeinde St. Marien zunehmend verlieren. Bei dieser fortschreitenden Erosion bestehender Sozialstrukturen werden sich die bisherigen Seelsorgehelfer und Seelsorgehelferinnen zunehmend ins Privatleben zurückziehen und keinerlei ehrenamtliche Aufgaben im seelsorglichen Dienst mehr übernehmen.

Dabei gibt es aber gerade in Oythe ein großes Bestreben, das pfarrgemeindliche Glaubensleben lebendig zu erhalten und das pastorale Engagement der Ehrenamtlichen zu stärken.

In St. Marien Oythe haben Kirchenausschuss und Pfarrgemeinderat daher am vergangenen Donnerstag, dem 21. April 2005, nach intensiver Beratung mit sehr großer Mehrheit den Beschluss gefasst, ihr früheres Votum für eine Stadtverbandslösung mit St. Georg, Maria Frieden und St. Marien Oythe zu widerrufen und Sie, sehr geehrter Herr Bischof, um die zukünftige Einrichtung einer Seelsorgeeinheit, bestehend aus Maria Frieden Vechta und St. Marien Oythe, zu bitten.

Ende Mai vergangenen Jahres konnten Sie sich anlässlich Ihrer bischöflichen Visitation in Oythe anhand eines Diabildvortrages unseres Heimatvereinsvorsitzenden Georg Böske von den vielfältigen, über Jahrzehnte in Oythe bestehenden Dorfgemeinschaftsstrukturen überzeugen, deren Fortbestand wir nur bei Bildung einer Seelsorgeeinheit mit Maria Frieden gewährleistet sehen.

Nur eine derartige Struktur wird letztlich ein engagiertes Ehrenamt mit Freude und Eifer vor Ort stärken.

Wir hoffen sehr, für unser außergewöhnliches Anliegen bei Ihnen Verständnis zu finden. Wir vertrauen Ihrer Zusage aus Mai des vergangenen Jahres, bei der bevorstehenden Strukturreform der Kirchengemeinden auf die Sorgen und Bedenken der örtlichen kirchlichen Gremien Rücksicht nehmen zu wollen.

Mit freundlichen Grüßen,

Hans Holzenkamp      Dr. Josef Frieling   (Kirchenvorstand)

Josef Röwe                 Helmut Brock        (Pfarrgemeinderat)

 

Anmerkung: Dieses Dokument ist in seiner Aussage eindeutig und bis heute nicht zurückgenommen worden. Eine schriftliche Antwort des Bischofs liegt nicht vor.

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4. Versammlung der Vorstände der Pfarrgemeinderäte und Kirchenausschüsse der drei Vechtaer Kirchengemeinden im Pfarrheim St. Georg am 16.6.2005

Der Leiter der Seelsorgeabteilung des Offizalatrates Bernd Winter und Willi Rolfes (sein Stellvertreter) teilen den Anwesenden die Anordnung bzw. die Entscheidung des Weihbischofs H. Timmerevers mit, dass es im Stadtbereich Vechtas zu Bildung einer Stadtpfarrei mit über 14000 Mitgliedern kommen wird. Die Entscheidung ist „unumkehrbar“!

Anmerkungen: Viele Anwesende hatten hier den Eindruck einer Befehlsausgabe. Die Hoffnung auf eine argumentative Auseinandersetzung bezüglich möglicher Modelle im Stadtbereich von Vechta fand nicht statt. Dr. Josef Frieling hatte sich im Vorfeld mit viel Fleiß und Akribie in die Materie eingearbeitet, im Glauben an die Chance einer sachgerechten Auseinandersetzung. Er wurde enttäuscht. Wenn die Tatsachenentscheidung als unabänderlich vorangestellt wird, worüber soll man dann noch diskutieren?

Wenn Herr Winter in seinem Schreiben vom 16.9.2005 von einer Diskussion spricht, offenbart er damit seine ganz persönliche Auffassung von dieser Form der Auseinandersetzung, ohne die Demokratie gar nicht denkbar ist. Diskussion ist doch nicht das „Abnicken“ vorgegebener Entscheidungen; diese Zeiten haben wir in Deutschland überwunden.

Bei vielen Teilnehmern blieb Frust, Enttäuschung, Betroffenheit und Wut – insbesondere über die Art und Weise des Umgangs von Herrn Winter mit den Spitzenvertretern der einzelnen Kirchengemeinden. „Mit seiner Art wird er keinen für ein Engagement in der Kirche gewinnen“. Auf dem „Dienstwege“ lassen sich Dinge von oben nach unten durchreichen, an der Basis benötigt man Überzeugungskraft, wenn man Menschen für die Sache Jesu begeistern will.

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5. Als Folge der Versammlung vom 16.6.2005 tritt Bernd Neteler als Kirchenprovisor zurück und begründet seinen Schritt in folgendem Brief an den Weihbischof. Dieser Brief wird am 23.6.2005 in Oythe veröffentlicht.

Vechta, den 17.6.2005

Fusion der Stadtgemeinde Vechta

Hier: Beendigung der Provisorentätigkeit in der Kirchengemeinde St. Marien Oythe

Sehr geehrter Herr Timmerevers,

mit Bedauern und Befremden haben meine Frau und ich Ihre Entscheidung, eine Fusion der drei Stadtgemeinden St. Georg, Maria Frieden und St. Marien Oythe herbeizuführen, zur Kenntnis genommen.

Auf der gestrigen Informationssitzung im Pfarrheim St. Georg haben Offizialatsrat Winter und Herr Rolfes vergeblich versucht, die Vorteile dieser Fusion zu erklären. Wenn die Kirche im Oldenburger Land ein pastorales Problem hat, sollte sie versuchen auf dieser Ebene eine Lösung herbeizuführen. Warum dieses in einer juristischen Fusion mit Aufgabe der Selbstständigkeit der Kirchengemeinden im Stadtgebiet münden muss, konnte keiner der Anwesenden erklären.

Wir glauben, dass dem Ehrenamt sowie auch der Seelsorge durch Ihre Entscheidung schwerer Schaden zugefügt wird. Sie sprechen von einer missionarischen Kirche in vielen kleinen Einheiten. Diese kleinen funktionierenden Einheiten hatten wir bis gestern und wir verstehen nicht, warum erst etwas zerschlagen werden muss, was dann anschließend unter sehr großer Anstrengung wieder aufgebaut werden soll. Dies ist auch ein Schlag gegen die Generation unserer Eltern, die mit sehr viel Liebe und Gottvertrauen die Kirchengemeinde Oythe zu der gemacht haben, die sie heute ist.

Warum das Ehrenamt es in Zukunft in Oythe schwer haben wird, spiegelt letztlich auch die aktuelle Fassung des KVVG wider. Die Verhältnismäßigkeit wird anhand der Köpfe der Gläubigen im Gemeindeteil ausgemacht, eine gleichberechtigte Partnerschaft unter den Gemeindeteilen ist so nicht zu erzielen. Ein Ortsrat als Ableger des Kirchenausschusses und Diskutierforum wird somit zur Farce.

Was uns am allermeisten erstaunt, ist die Tatsache, dass auf der einen Seite eine Fusion beschlossen wird, auf der anderen Seite die wichtigen Details auf Nachfrage noch gar nicht erklärt sind. Es heißt dann, bis 2010 soll alles geregelt sein. Dabei gibt es z.B. für die Verwaltung der Kindergärten schon ab 01.08.2005 eine neue Software durch das Offizialat. Warum werden wir über die Abläufe nur scheibchenweise informiert? Auf Nachfrage bei Herrn Rolfes hieß es gestern, wir wissen auch noch nicht, wie die Fusion im Detail ablaufen soll, dies wird sich mit der Zeit aber schon ergeben. Diese Position der Ungewissheit führt dazu, dass laut Offizialatsrat Winter auf Arbeitsgruppenebene geklärt werden soll, wie die Fusion mit Leben zu füllen ist. Die entscheidende Frage, wer macht was, wann und wie, hätte vor Ihrer Entscheidung hinreichend beantwortet werden müssen.

Die Gremien der Kirchengengemeinde Oythe haben Sie gebeten, über die Möglichkeit einer Seelsorgeeinheit mit Maria Frieden nachzudenken. Diese Einheit wäre überschaubar, persönlich, identifizierbar und den Gläubigen in Oythe vermittelbar gewesen. Nun wird aber durch die Fusion, wie sich Propst Günther Weigand ausgedrückt hat, der Anonymität weiter Vorschub geleistet. Wir glauben, dass diese Form der von Ihnen betriebenen Kirchenpolitik der Basis nicht gerecht wird, deren Gründe nicht in der Seelsorge und damit auch nicht in der Verkündung der Frohen Botschaft zu suchen sind. Wir können für diese Form der Machtpolitik kein Verständnis aufbringen. Die Kirchengemeinde St. Marien Oythe gibt es seit gestern nicht mehr.

Aus den o.g. Gründen möchte ich Sie deshalb bitten, mich von meinen Rechten und Pflichten als Kirchenprovisor der Kirchengemeinde St. Marien Oythe mit sofortiger Wirkung zu entbinden.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Neteler

 

Anmerkungen: Am 31.7.2005 beendeten Bernd und Jutta Neteler offiziell ihre Arbeit für die Kirchengemeinde Oythe. Danke für die Arbeit und den Mut zu diesem Schritt! Der Rücktritt kam überraschend, aber er war verständlich. Das Schreiben zeugt von der tiefen Verunsicherung durch die Art und Weise des Vorgehens von Seiten des Offizialates. Vielleicht wird sein Verhalten vom Weihbischof als Einzelreaktion abgetan, aber er sollte sich nicht täuschen, über einen Rücktritt haben nicht nur Aktive in Oythe, sondern auch in anderen Kirchengemeinden Südoldenburgs nachgedacht. Wie hätte der Weihbischof reagiert, wenn viele Mandats- u. Funktionsträger auf Offizialatsebene aus Protest gegen die Art und Weise der Durchführung bzw. aus Protest gegen die Strukturreform zurückgetreten wären?

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6. Sitzung des Kirchenausschusses St. Marien Oythe am 27.6.2005. Unter dem Eindruck der Sitzung vom 16.6.2005 und der „unumkehrbaren Entscheidung“ des Weihbischofs bezüglich der einen Stadtgemeinde in Vechta kommt es zu dem Mehrheitsbeschluss, „dass die Kirchengemeinde Oythe konstruktiv in die ...(Verhandlungen zur zukünftigen Gestaltung der Stadtgemeinde) ... einsteigt, die den sogenannten Unterbau der Fusion detailliert festlegen soll“.

Hans-Georg Schnabel tritt als Mitglied des Kirchenausschusses zurück.

Anmerkungen: Es kommt leider zu keiner Pfarrversammlung in Oythe, da bei der Entscheidungslage des Herrn Weihbischofs keiner der Verantwortlichen in Oythe den Hauch einer Chance sieht, dass Herr Timmerevers bezüglich der Bildung einer Großgemeinde in Vechta noch mit sich reden lässt.

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7. Pfarrversammlung in Maria Frieden am 4.7.2005: Die anwesenden Mitglieder der Pfarrgemeinde wollen sich mit der Entscheidung des Weihbischofs nicht abfinden und erteilen einer Gruppe (Brigitte Koscharre, Helmut Backhaus, Thomas Tumbrägel, Gaby Anders, Peter Spille, Kurt Kühling, Michael Thie) den Auftrag eine Protestaktion in Form einer Unterschriftenaktion zu starten.

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8. Gastwirtschaft Treffpunkt Oythe – 13.7.2005: Mitglieder der beauftragten Gruppe aus Maria Frieden und eine Initiativgruppe aus Oythe (Erika Beuse, Michael Böging, Bernhard Middelkamp, Hans-Georg Schnabel und Georg (Fiti) Böske = Personen außerhalb der offiziellen Gremien) finden sich zur „Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit“ zusammen und beschließen die Durchführung einer Unterschriftenaktion. In den folgenden Monaten trafen sich die Mitglieder in der Regel alle 2-3 Wochen bei Sextro in Oythe.

 

Anmerkungen: Leider kam es zu diesem Zeitpunkt nicht zu einem Informationsgespräch zwischen den „freien Mitarbeitern“ aus Oythe und den offiziellen Vertretern aus Oythe bezüglich der Möglichkeit der Absprache eines gemeinsamen Vorgehens bzw. der Koordinierung gemeinsamer Aktionen. Hier ist eine Chance vertan worden.

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9. Treffen der Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit am 2.8.2005: Flyer und Unterschriftenlisten werden vorbereitet

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10. Ein Aufnahmeteam des NDR macht am 14.8.2005 Filmaufnahmen auf dem Stoppelmarkt und interviewt mehrere Gemeindemitglieder aus Maria Frieden und Oythe bei der Kirche in Oythe. Die Aufnahmen werden am gleichen Abend in der Sendung „Hallo Niedersachen“ ausgestrahlt; zusätzliche Informationen gibt es in Radiosendungen. Der Widerstand gegen die Strukturreform in Vechta wird überregional bekannt und findet großes Interesse.

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11. Am 18.8.2005 wird von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft das Verteilen der Flyer und die Organisation der Unterschriftenaktion besprochen.

Die Flyer wurden in Oythe von Kindern und Erwachsenen an alle Haushaltungen verteilt, in der Pfarrgemeinde Maria Frieden haben das vielfach Messdiener übernommen. Mehr als 50 Erwachsene sind in den folgenden Wochen in Oythe und Maria Frieden mit den Unterschriftenlisten von Haus zu Haus gegangen und waren überrascht von den positiven Reaktionen der Gemeindemitglieder. Allein auf dem „Dorfpokal“ in Oythe (21.8.2005) unterschrieben fast 300 Personen das Begehren für selbstständige Kirchengemeinden in Oythe und Maria Frieden bzw. für ein Zusammengehen der beiden Pfarrgemeinden.

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12. Die Interessengemeinschaft, mit Brigitte Koscharre als Ansprechpartnerin, informiert am 30.8.2005 mit folgendem Schreiben den Weihbischof über die Unterschriftenaktion:

Betr.: Die von Ihnen beabsichtigte Bildung einer Großgemeinde in Vechta

Sehr geehrter Herr Weihbischof,

mit diesem Brief möchten wir Ihnen einen ersten Bericht über den derzeitigen Stand unserer Protestaktion und deren Hintergrund wie folgt geben:

Als die Verantwortlichen der Gemeinde Maria Frieden Anfang Juli auf einer Pfarrversammlung die Gemeindemitglieder über die von Ihnen beabsichtigte Bildung einer Großgemeinde in Vechta informierten, ergab sich aus dem Kreis der Erschienenen heraus spontan massiver Unmut und Protest. Mit überwältigender Mehrheit wurde bei nur einer Gegenstimme beschlossen, gegen Ihre nicht näher begründete und offenbar ohne jede Auseinandersetzung mit den im Vorfeld vorgetragenen Gegenargumenten getroffene Entscheidung zu opponieren. Von den Anwesenden wurde die getroffene Entscheidung als „von oben aufgezwungen“ und damit dem Bild eines mündigen Christen widersprechend empfunden. Die berechtigten Interessen unserer Gemeinde würden ohne Notwendigkeit zu Gunsten einer Großgemeinde außer Acht gelassen und dies auch noch vor dem Hintergrund, dass Sie selbst zunächst die kleinere Lösung mit insgesamt zwei statt drei Gemeinden in Vechta (mit oder ohne Lutten) im Vorfeld als gute Lösung propagiert hatten.

Ihnen dürfte bekannt sein, dass wir inzwischen mit dem vorstehend geschilderten Auftrag der Pfarrversammlung eine Unterschriftenaktion begonnen haben. Dieser Aktion hatte sich im Vorfeld bereits eine Gruppe aus der Gemeinde St. Marien Oythe angeschlossen. Zunächst wurden von uns Flyer an die einzelnen Haushalte verteilt. Darin werden den durch Ihre Pressemitteilung in der OV völlig überraschten und einfach vor vollendete Tatsachen gestellten Gemeindemitgliedern die Gründe unserer Aktion erläutert. Vorsorglich überreichen wir Ihnen ein Exemplar zur Kenntnis.

Wir sind überrascht und erfreut, auf welche große Resonanz unsere Unterschriftenaktion gestoßen ist. So ist es uns ohne größere Anstrengungen gelungen, über 50 Unterschriftensammler zu motivieren, die für dieses Anliegen zurzeit jeden Haushalt in den beiden Gemeinden besuchen. In Oythe haben wir gelegentlich einer dortigen Veranstaltung an nur einem Tag allein 296 Unterschriften erhalten.

Natürlich haben wir uns gefreut, dass auch die Medien unser Anliegen aufgegriffen haben. Neben der örtlichen Tageszeitung hat auch der NDR sowohl im Rundfunk als auch im Fernsehen über das Aufbegehren in unseren Gemeinden berichtet. Unsere eigens eingerichtete Homepage (www.wir–wollen-uns-wehren.de) findet ebenfalls beachtliches Interesse.

Die Unterschriftensammler berichten uns immer wieder über Fragen der Gemeindemitglieder nach der Aufrechterhaltung des Gemeindelebens mit eigenen Pfarrbüros, Pfarrheimen und Messen in eigener Pfarrkirche. In Ermangelung überzeugender Reaktionen/konkreter Informationen aus Ihrem Haus können die geäußerten Befürchtungen über den künftigen Wegfall des gewachsenen Gemeindelebens mit seinen zahlreichen Begegnungsmöglichkeiten leider nicht ausgeräumt werden.

Irritiert sind die Gemeindemitglieder vor allem darüber, dass sie als mündige Christen letztlich keinerlei Aufklärung über Ihre Gründe für die Bildung einer Großgemeinde gegen den erklärten Willen unserer beiden Gemeinden erfahren. Wenn dann auf Anfragen der Gemeindevertreter jegliche Erläuterung oder Diskussion mit dem Bemerken eines Vertreters Ihres Hauses abgetan werden, Ihre Entscheidung sei unumkehrbar, darf man sich, ohne auf Umgangsformen eingehen zu wollen, nicht über ein gewisses Unverständnis des Kirchenvolkes wundern. Dies erst recht nicht, als Ihr Haus in anderen Regionen nach wie vor die auch zunächst in unseren Gemeinden propagierte Größenordnung von zukünftig etwa 6000 Gläubigen anstrebt. Warum in Vechta auf Kosten der gewachsenen Strukturen und gegen den erklärten Willen vieler Gemeindemitglieder eine Großgemeinde durchgesetzt werden soll, wird nicht deutlich. Der bloße Hinweis auf weniger Geld und weniger Priester in den Presseerklärungen aus Ihrem Hause – zuletzt als Kommentar zur Fernsehberichterstattung in Hallo Niedersachsen – vermag kaum zu überzeugen. Sofern im Einzelfall tatsächlich einmal besondere Kosten anstehen sollten, werden unsere Unterschriftensammler sogar auf die Wiedereinführung eines Ortskirchengeldes angesprochen. Nach unserer Auffassung ein deutliches Zeichen für die Bereitschaft der Gemeindemitglieder, die vorhandenen Strukturen – notfalls auch mit eigenen Mitteln – zu erhalten.

Wir halten es für einen Akt der Fairness, Sie mit diesem Schreiben auch einmal persönlich über das rege Interesse der Gemeindemitglieder und deren Unterstützung unserer Interessengemeinschaft in Kenntnis zu setzen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich persönlich einmal die Zeit nehmen würden, mit uns die oben angesprochenen Sorgen der Gemeindemitglieder, die offen gebliebenen Fragen und vielleicht sogar über andere, bislang nicht erwogene Möglichkeiten zur Lösung der von uns durchaus gesehenen zukünftigen Probleme zu sprechen.

 Mit freundlichem Gruß

(Unterschriften der Mitglieder der Interessengemeinschaft)

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13. Anfang September kommt es zu einem Treffen der Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte aus den drei Stadtgemeinden mit Herrn Winter. Es sollen in den einzelnen Pfarrgemeinden Pfarrversammlungen abgehalten und nach dem Zusammenschluss zur Großgemeinde in den bisherigen selbstständigen Pfarrgemeinden Ortsausschüsse gebildet werden, die die speziellen Bedürfnisse vor Ort aufnehmen sollen.

 

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14. Am 16.9.2005 beantwortet Herr Winter den Brief der Interessengemeinschaft (Frau Koscharre) vom 30.8.05 an den Herrn Weihbischof:

Sehr geehrte Frau Koscharre,

Sie haben im Namen der „Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit“ sich an Herrn Weihbischof Timmerevers gewandt, um ihm einen ersten Bericht über den derzeitigen Stand Ihrer Protestaktion und deren Hintergrund zu geben.

Herr Weihbischof Timmerevers hat mich gebeten, Ihnen darauf zu antworten, was ich hiermit gerne tue.

Für die Zusendung der Unterlagen und Ihrer Gedanken zu dem Thema der Bildung der neuen Stadtgemeinde Vechta danken wir Ihnen.

Wir werden Ihr Anregungen und Fragen im Gespräch mit den gewählten Vertreterinnen und Vertretern in den Gremien der beteiligten Pfarrgemeinden bedenken. Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir an diesen Gemeindevertreterinnen und –vertretern vorbei nicht gerne Verhandlungen führen möchten.

Sie berufen sich in Ihrem Schreiben auf einen entsprechenden Auftrag einer Pfarrversammlung der Pfarrei Maria Frieden. Der Ordnung halber möchte ich darauf hinweisen, dass es in der Verfassung unserer Kirche nicht vorgesehen ist, dass eine Pfarrversammlung an den gewählten Gemeindevertretern vorbei und von der Gemeindeleitung unabhängig irgendwelche kirchenpolitischen Mandate erteilen könnte.

Über das weitere Voranschreiten der Gespräche können Sie sich jederzeit bei Ihren zuständigen Gremien und Ihrem Pfarrer erkundigen.

Persönlich möchte ich bemerken, dass Sie Ziele propagieren, die im ganzen Offizialatsbezirk gar nicht zur Debatte stehen: Es wird über 2010 hinaus keine Seelsorgeeinheiten geben, natürlich auch nicht in Vechta.

Sie nennen die Entscheidung, in Vechta eine große Stadtgemeinde zu bilden eine „nicht näher begründete und offenbar ohne jede Auseinandersetzung mit den im Vorfeld vorgetragenen Gegenargumenten getroffene Entscheidung“. Dass Sie das so sagen, zeigt, dass Sie gar nicht richtig informiert sind, denn die Begründungen und Abwägungen wurden den Gemeindevertretern, auch den Pfarrern, ausführlich dargelegt.

Auch schreiben Sie, dass „die getroffene Entscheidung als „von oben aufgezwungen“ und damit dem Bild eines mündigen Christen widersprechend“ empfunden wird.

Das möchte ich nicht gerne so stehen lassen. Hier ist die Frage zu klären, was in diesem Zusammenhang ein mündiger Christ ist. Ich gehe zunächst davon aus, dass Sie als Katholiken bewusst und frei mit beiden Beinen in der katholischen Kirche stehen. Dazu gehört nach meiner Auffassung, dass man die Kirche mit ihrer konkreten Verfassung bejaht. In dieser konkreten Verfassung der Kirche hat jeder und jede seine Rechte und Pflichten. Seinen Pflichten muss jeder nachkommen. Und seine Rechte darf und soll jeder in Anspruch nehmen. Zu einem erwachsenen Christsein in unserer Kirche gehört meiner Meinung, dass jeder seine eigenen Pflichten und die Rechte der anderen kennt und respektiert.

Zu den Pflichten des Diözesanbischofs gehört es, alles zu tun, damit die seiner Hirtensorge anvertraute Kirche das tun kann, wozu sie gerufen ist: Das Lob Gottes zu singen und die heiligen Geheimnisse zu feiern, die Frohe Botschaft allen Menschen anzusagen und im Dienst der Nächstenliebe das anbrechende Reich Gottes anzuzeigen, um so Sakrament des Heiles für jeden Menschen und für die Welt zu sein.

Um dieser Pflicht nachkommen zu können, gehört es zu den Rechten des Diözesanbischofs, dieser seiner Hirtensorge anvertrauten Kirche, dem Bistum, eine Struktur zu geben. Sein

Recht allein ist es, die territoriale Seelsorge zu ordnen, also konkret Pfarreien zu gründen, aufzuheben, zusammenzulegen etc. So steht’s in der Verfassung unserer katholischen Kirche.

 

Vielleicht muss man manchmal ausdrücklich darauf hinweisen: Unsere Kirche ist nicht synodal, sondern episkopal verfasst. Und das soll auch ganz bewusst so bleiben, weil der Herr selbst diese Grundverfassung gestiftet hat.

Man darf niemandem vorwerfen, von seinen Rechten Gebrauch zu machen. Jeder von uns empfindet es doch (mit Recht) als selbstverständlich, von seinen Rechten Gebrauch machen zu können. Und niemandem darf man vorwerfen, wenn er das tut. Ich würde es als unanständig empfinden, wenn mir jemand Vorwürfe machte, nur weil ich von meinen Rechten Gebrauch mache. Ich nehme an, dass Sie das für sich ähnlich sehen. Das gilt auch für die Bischöfe. Dass Sie unserem Bischof den Vorwurf machen, dass er von seinem Recht Gebrauch macht, dem ihm anvertrauten Bistum eine neue Struktur zu geben, das halte ich schlichtweg für völlig unangemessen.

Von einem mündigen Christen würde ich also in diesem Zusammenhang erwarten, dass er die Verfassung unserer Kirche kennt. Des Weiteren würde ich erwarten, dass er die Verfassung unserer Kirche anerkennt. Drittens würde ich erwarten, dass er jedem Glied der Kirche die ihm jeweils zukommenden Rechte zugesteht, auch dem Bischof. Und schließlich erwarte ich von einem mündigen Christen, dass er das tut, was insgesamt zu seiner Berufung gehört: dass er in Einheit mit den Hirten seine Kräfte konstruktiv einbringt zur Förderung der Einheit der Kirche um ihrer Glaubwürdigkeit willen und zur Weiterentwicklung der Gestalt der Kirche um ihrer Zukunftsfähigkeit willen. Dazu lade ich Sie herzlich ein!

Sie fragen in Ihrem Schreiben mit Recht danach, wie nach der Gründung der neuen Stadtgemeinde das konkrete kirchliche Leben aussehen wird; Sie fragen nach Pfarrheimen, Pfarrbüros, Messen etc. In all diesen und vielen weiteren Details muss das kirchliche Leben auf neue Weise Gestalt gewinnen. Und daran können und sollen wir alle gemeinsam mitgestalten.

Sie schreiben, dass die Bildung der Stadtgemeinde „gegen den erklärten Willen unserer beiden Gemeinden“ stattfinde, und Sie meinten damit offensichtlich die Gemeinden Maria Frieden und St. Marien Oythe. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es ursprünglich aus den Gemeinden das Votum für die große Stadtgemeinde gegeben hatte. Ebenfalls möchte ich darauf hinweisen, dass der Pfarrgemeinderat St. Marien Oythe jüngst ausdrücklich beschlossen hat, sich von Ihrer Protestbewegung zu distanzieren und das Anliegen der einen Stadtgemeinde mit zu vertreten und zu gestalten.

Sie behaupten dann, dass Nachfragen von Gemeindemitgliedern von Vertretern des Offizialates abgetan wurden mit der Bemerkung, die Entscheidung sei unumkehrbar. Ich möchte gerne wissen, wer sich wann so verhalten hat. Die Äußerung, dass die Entscheidung unumkehrbar sei, stammt von mir. Und sie entspricht der Wahrheit. Ich habe das gesagt im Zusammenhang eines sehr ausführlichen Gesprächs mit den Vertretern der Pfarrgemeinden St. Georg, Maria Frieden und St. Marien am 16.Juni 2005 im Pfarrheim St. Georg. An diesem Abend wurde nichts abgetan, im Gegenteil: Es wurde sehr lebhaft und sehr ausführlich und detailliert diskutiert, und sowohl mein Mitarbeiter Herr Rolfes als auch ich haben zu jeder Frage Rede und Antwort gestanden. Ich möchte also gerne wissen, worauf sich dieser Vorwurf in Ihrem Schreiben bezieht.

Im letzten Absatz schreiben Sie, dass Sie Interesse an Gesprächen und weiteren Kontakten haben. Das stimmt mich hoffnungsvoll. Und gerne bin ich bereit, mit allen in weitere Gespräche einzusteigen. Allerdings halte ich es für sinnvoll, das im Rahmen der verfassten Kirche zu tun, das also mit den ordentlichen Gemeindevertretern zu besprechen und zu planen. Das will ich gerne tun.

Mit dieser positiven Aussicht will ich für heute schließen.

Freundliche Grüße, Ihr Bernd Winter Offzialatsrat

 

Anmerkungen: Dieses Schreiben hat für sehr viel Unmut gesorgt, es ist auch an viele Interessierte verteilt worden. Zu jedem Absatz könnte etwas entgegnet werden, das sprengt aber den Rahmen dieses Heftes. In dem Zusammenhang verweise ich auf die Ausführungen unter „Worüber man in Oythe und Umgebung spricht – Thema Kirche“. Festzuhalten ist, dass Herr Winter sich auf rein formal rechtliche Positionen zurückzieht; von dem Leiter der Seelsorgeabteilung(!!!) haben viele etwas anderes erwartet. Er verweist auf die autoritär von oben nach unten strukturierte kath. Kirche und stellt die Rechte des Bischofs heraus. Ob es aber ein besonderes Zeichen von Stärke ist, wenn einer immer wieder seine Rechte in den Vordergrund stellt, darf angezweifelt werden. Zu den Pflichten des Bischofs gehört es sicherlich auch, dass er die Nöte der Menschen ernst nimmt, damit sie sich in ihrer Kirche wohl fühlen. Wie können wir sonst von der Frohen Botschaft Jesu sprechen bzw. Menschen für sie begeistern? Richtig zu stellen ist, dass der Pfarrgemeinderat Oythe sich im Jahre 2005 in keiner Weise von der Protestbewegung distanziert und sich nicht für die große Stadtgemeinde ausgesprochen hat. Diese falsche Behauptung hat zu Irritationen in der Gemeinde geführt!

Für viele stand fest, es wäre besser gewesen, wenn dieses Schreiben mit diesem Inhalt nicht geschrieben worden wäre. Damit wird niemand Menschen für die kath. Kirche begeistern, geschweige denn für die Mitarbeit im ehrenamtlichen Bereich gewinnen können.

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15. Am 4.10.2005 schreibt Herr Winter allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte und Kirchenausschüssen der drei Vechtaer Pfarrgemeinden und heftet diesem Brief die Schreiben vom 30.8.2005 (Interessengemeinschaft) und 16.9.2005 (Herr Winter) an.

Sehr geehrte(r) Frau (Herr) NN,

in der letzten Zeit hat es einen Briefwechsel gegeben zwischen der „Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit“, vertreten durch Frau Koscharre, und mir.

Diesen Briefwechsel möchte ich diesem Schreiben in Kopie allen Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte und Kirchenausschüsse sowie den Seelsorgerinnen und Seelsorgern aller drei Vechtaer Gemeinden zu Kenntnis geben.

Meiner Meinung nach sollten wir in allen Gemeinden zeitnah Pfarrversammlungen abhalten, in denen konkrete Perspektiven erläutert und konkrete Fragen geklärt werden können, damit nicht Gerüchte und Vermutungen das Handeln bestimmen.

Gleichzeitig sollten solche Versammlungen Raum bieten, konkrete Ängste und Befürchtungen zu formulieren und in das Gespräch einbringen zu können. Manche dieser Ängste lassen sich sicher auch durch klare und detaillierte Informationen bearbeiten.

Zunächst aber bin ich zur Seligsprechung des Kardinals in Rom. Nach meiner Rückkehr am 13. Oktober werde ich den Kontakt zu den Pfarrern und den Gremien suchen, um entsprechende Termine in den Gemeinden zu vereinbaren.

Freundliche Grüße, Ihr Bernd Winter Offizialatsrat

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16. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft aus Oythe und die Vorstände des Kirchenausschusses und des Pfarrgemeinderates aus Oythe treffen sich am 10.10.2005 im Pfarrheim in Oythe. Es kommt zu einem Gedankenaustausch über die Vorgänge seit 2004, über das Ergebnis der Unterschriftenaktion, über die Vor- u. Nachteile einer Fusion mit Maria Frieden usw.

 

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17. Am 18.11.2005 beantwortet die Interessengemeinschaft, vertreten durch Frau Brigitte Koscharre, den Brief von Herrn Winter vom 16.9.2005, in dem sie wiederum an den Herrn Weihbischof schreibt.

Ihre beabsichtigte Bildung einer Großgemeinde in Vechta

Ihr Schreiben vom 16.September 2005

Sehr geehrter Herr Weihbischof,

für Ihr ausführliches Schreiben, das wir durch Herrn Offizialatsrat Winter erhalten haben, danken wir Ihnen. Ihre erste offizielle Reaktion auf unser Engagement haben wir mit Interesse gelesen und uns insbesondere über das darin liegende Angebot an die offiziellen Gemeindegremien, wieder auf die Gesprächsebene zurückzukehren, gefreut. Hier haben Sie die weiteren Schritte durch Anschreiben an alle Mitglieder der Pfarrgemeinderäte der Gemeinden St. Georg, Maria Frieden und St. Marien Oythe ja inzwischen auch schon in die Wege geleitet, was wir ausdrücklich begrüßen.

Wir kommen trotz dieser in den Gemeinden sehr positiv aufgenommenen Reaktion jedoch nicht umhin, anzumerken, dass einige Ausführungen in Ihrem Schreiben von uns so nicht akzeptiert werden können und eine Behauptung wohl auf falschen Informationen beruht.

Sehr ausführlich führen Sie zu der Mündigkeit des Christen aus, dass jeder Beteiligte Rechte und Pflichten hat, verschieben aber dann in Ihren weiteren Erläuterungen den Katalog der Rechte und Pflichten nach unserer Auffassung doch etwa einseitig zugunsten des Diözesanbischofs. Zweifelsohne steht ihm das Recht zu, die Strukturen seiner Diözese zu bestimmen. Dieses Recht können und wollen wir ihm auch nicht absprechen. Unbeantwortet bleibt aber weiterhin unsere Frage, weshalb Sie gegen den erklärten Willen zumindest zweier von drei Gemeinden – anders als in anderen Gemeindegebieten und abweichend von Ihrer ursprünglichen Planung – gerade in Vechta eine Großgemeinde mit ca. 14.000 Mitgliedern durchsetzen wollen. Dies noch dazu vor dem Hintergrund, dass eine solche Neustrukturierung gegen den Willen eines Großteils der Gemeindemitglieder (nach unserer Unterschriftenaktion haben -- wie Sie sicherlich inzwischen wissen -- bislang schon mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder unser Vorgehen unterstützt) mit Sicherheit zu einer Anonymisierung in weiten Teilen dieser Großgemeinde und zur Verarmung des jetzt noch intakten Gemeindelebens der bisherigen Gemeinden führen wird. Genau an dieser Stelle beanspruchen wir im Auftrage der Gemeindemitglieder (legitimiert u.a. durch einen Beschluss der Pfarrversammlung in Maria Frieden) das Recht, unsere Meinung darzulegen und eine Antwort einzufordern, die der durch die sehr erfolgreiche Unterschriftenaktion dokumentierten Willensäußerung der Mehrzahl der Gemeindemitglieder gerecht wird.

In diesem Zusammenhang ist es für uns völlig unverständlich, wenn Sie einer Pfarrversammlung ihr Recht abzusprechen versuchen, sich zu frei zu die Gemeinde unmittelbar betreffenden strukturellen Entscheidungen zu äußern und einige Vertreter der Gemeinde zu beauftragen, dazu die Meinung der Gemeinde zu erforschen und diese nach „oben“ hin zu vertreten. Darin unter belehrenden Hinweisen auf die hierarchische und nicht demokratische Struktur der Kirche ein unzulässiges „kirchenpolitisches Mandat“ anzuprangern, erscheint uns doch etwas überzogen.

Des Weiteren behaupten Sie, dass wir hinsichtlich Ihrer „Begründungen und Abwägungen“ nicht informiert seien. Fakt ist, dass uns bis heute noch kein Vertreter unserer Gremien erklären kann, was Sie veranlasst hat, in Vechta eine Großgemeinde durchsetzen zu wollen. Damit ist nicht gemeint, dass wir nicht wissen, dass es grundsätzlich um die Notwendigkeit von Einsparungen geht und die Priesterzahlen in den nächsten Jahren nicht unerheblich zurückgehen werden: Wir wollen wissen, weshalb Sie einer Großgemeinde, die nach unseren Informationen mit mindestens zwei Priestern besetzt werden soll, den Vorzug gegenüber zwei Gemeinden mit akzeptabler Größe geben, für die dann jeweils immer noch ein Geistlicher zur Verfügung stände. Diese Frage – und damit auch die Frage nach den Einsparungen, die angeblich mit der Großgemeinde verbunden sein sollen – ist bisher offen geblieben. Im Gegenteil hat Herr Winter sich anlässlich des Treffens am 16. Juni 2005 dort letztlich auf den apodiktischen Hinweis beschränkt, Ihre Entscheidung zugunsten der Großgemeinde sei „unumkehrbar“. Damit haben wir im Übrigen auch Ihre Frage aus dem zweitletzten Absatz Ihres Schreibens beantwortet. Herr Winter hat im Beisein von Herrn Rolfes als Vertreter des Offizialates diese Äußerung gemacht, was er ja in dem angesprochenen Absatz ausdrücklich selbst bestätigt.

In dieser Sitzung wurde zudem von Herr Rolfes die Behauptung aufgestellt, dass auf einer Versammlung der „Hauptamtlichen“ hinsichtlich der Bildung der Großgemeinde Einstimmigkeit erzielt worden sei, was Sie in Ihrem Schreiben an uns erneut wiederholen. Tatsächlich wurde diese Behauptung schon in der Versammlung angezweifelt, weil sie einfach unzutreffend ist und in diametralem Gegensatz zu dem steht, was sich in unseren Gemeinden als Meinung herausgebildet hat und Ihnen im Rahmen der erbetenen Stellungnahmen auch schriftlich übermittelt wurde. Sowohl Pater Ulrich als auch Pastor Büssing haben daraufhin erläutert, dass sie sich so nicht geäußert hätten und ihre Meinungsbeiträge in der Hauptamtlichenversammlung zumindest missverstanden worden seien. Dadurch wird auch deutlich, dass in dieser Sitzung eine Abstimmung, die zu der von Ihnen behaupteten Einstimmigkeit hätte führen können, überhaupt nicht stattgefunden hat. Im Rahmen eines Informationsaustausches mit unserem Pfarrer, zu dem Sie uns in Ihrem Schreiben ausdrücklich aufgefordert haben, wurde uns dies noch einmal ausdrücklich bestätigt.

Ihrem Hinweis, dass sich der Pfarrgemeinderat in Oythe angeblich von unserer Aktion distanziert hat, sind wir nachgegangen. Bisher haben wir allerdings noch niemanden – auch kein Oyther PGR-Mitglied – gefunden, der uns die Richtigkeit Ihrer Behauptung bestätigen konnte. Vielmehr steht fest, dass es einen entsprechenden Beschluss tatsächlich nicht gibt. Sie werden wissen, von wem Sie die Fehlinformation erhalten haben, und wir gehen davon aus, dass dieser Sachverhalt Ihrerseits richtiggestellt wird.

Sehr geehrter Herr Weihbischof, es liegt uns sehr daran, noch einmal deutlich zu machen, dass wir einzig und allein das Ziel haben, uns für unsere Gemeinde und damit unsere Kirche im weitesten Sinn einzusetzen. Wir möchten deshalb noch einmal betonen, dass wir mit Ihnen zusammen und nicht gegen Sie dieses Ziel erreichen wollen. Wir begrüßen deshalb ausdrücklich Ihre inzwischen öffentlich bekundete Gesprächsbereitschaft gegenüber den zuständigen Gemeindegremien. Da Sie es ablehnen, uns direkt zu den Gesprächen einzuladen, haben wir die Pfarrgemeinderäte von Oythe und Maria Frieden gebeten, dieses Gesprächsangebot aufzunehmen, und beide Pfarrgemeinderäte haben sich dazu bereit erklärt. Wir erwarten Ihren Terminvorschlag, damit wir entsprechende Werbung für eine gemeinsame Pfarrversammlung machen können. Eine Kopie dieses Schreibens senden wir an die beiden Pfarrgemeinderäte.

Mit freundlichen Grüßen

Interessengemeinschaft Seelsorgeeinheit, i.A. Brigitte Koscharre

 

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18. Die Antwort des Weihbischofs auf das Schreiben vom 18.11.2005 datiert vom 29.11.2005:

Sehr geehrte Frau Koscharre,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 18.11.2005. Sie nehmen ausführlich Stellung zum Schreiben von Herr Rat Winter vom 16. September 2005.

In Ihrem Schreiben greifen Sie positiv unsere Absicht auf, dass von unserer Seite das Gespräch mit den Gremien und dann auch mit den Gemeinden weitergeführt werden soll. Genau das haben wir vor. Sobald die neu gewählten Pfarrgemeinderäte konstituiert sind, möchte Rat Winter in den Gremien zunächst ausführlich und umfassend informieren und mit den Gremien dann auch besprechen, wann und auf welche Weise entsprechende Pfarrversammlungen stattfinden können. Umfassende Information und Transparenz hinsichtlich der verschiedenen Perspektiven und der Gründe, die zu einer großen Stadtgemeinde führen, sind wichtig; und das soll auch entsprechend kommuniziert werden.

 

Allerdings scheint es mir nicht sinnvoll zu sein, diese Diskussion durch weitere gegenseitige Briefe zu führen, sondern eben in solchen Veranstaltungen. Zuständig dafür ist unsere Seelsorgeabteilung unter Leitung von Rat Winter. Ihr Schreiben und eine Kopie dieser Antwort werde ich ihm zuleiten und ihn bitten, sich der weiteren Gestaltung der Kommunikation mit Ihrer Gemeinde und den anderen Gemeinden anzunehmen.

 

Festhalten möchte ich hier dennoch: Die Entscheidung, dass die drei Kirchengemeinden St. Georg, Maria Frieden und St. Marien Oythe zu einer Stadtgemeinde zusammengeführt werden, ist in der Tat nach Wahrnehmung und Wertung der verschiedenen Voten endgültig getroffen. Rat Winter hat den bischöflichen Auftrag, gemeinsam mit den Verantwortlichen in den betreffenden Gemeinden und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Hauses den Weg zur Verwirklichung dieses Zieles zu gestalten und dafür zu sorgen, dass dieser Weg in einer konkreten zeitlichen Perspektive auch tatsächlich gegangen wird.

Insofern wird es gut sein, wenn Sie sich in Zukunft mit Ihren Fragen, Bedenken und Sorgen direkt an ihn wenden.

Trotz der momentanen Schwierigkeiten und Aufregungen wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit!

Ihr Heinrich Timmerevers

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19. In der Woche vor Weihnachten ist an alle Haushaltungen in Maria Frieden und Oythe folgendes Schreiben der Interessengemeinschaft verteilt worden:

21.12.2005 Liebe Gemeindemitglieder,

die Unterschriftenaktion, mit der wir im Auftrag der Pfarrversammlung untersucht haben, inwieweit Sie mit der von Herrn Weihbischof Timmerevers angestrebten Bildung einer Großgemeinde in Vechta einverstanden sind, nähert sich dem Ende. Wir werden die Aktion mit der Übergabe der Unterschriften im Januar zum Abschluss bringen. Dem Herrn Weihbischof haben wir hierfür unsere Terminvorschläge unterbreitet.

Die Aktion war ein voller Erfolg: Mit 59,2 % aller wahlberechtigten Gemeindemitglieder haben Sie ein klares Votum für die Zusammenführung der bisherigen Gemeinden Maria Frieden und Oythe zu einer neuen Gemeinde abgegeben. Wir sind der Meinung, dass niemand dieses deutliches Ergebnis ignorieren kann, und erwarten, dass die von Ihnen gewählten Vertreter in den Pfarrgemeinderäten dieses Votum akzeptieren und zur Basis ihrer weiteren Arbeit machen werden. Wir sind ebenfalls der Meinung, dass diese deutliche Aussage auch den Herrn Weihbischof beeindrucken sollte.

Es ist uns ein großes Anliegen, Ihnen für Ihre Hilfe zu danken. Sie haben den Verantwortlichen damit die Grundlage und das Ziel für ihre Arbeit in den Pfarrgemeindegremien vorgegeben. Die Gremien werden Ihnen dafür dankbar sein, dass Sie ihnen geholfen haben, sich bei ihrer zukünftigen Arbeit auf ihr Votum stützen zu können.

Das Offizialat hat in mehreren Schreiben signalisiert, die weitere Diskussion nicht nur mit den Gremien führen zu wollen, sondern hat auch angeregt, im Rahmen von Pfarrversammlungen das weitere Vorgehen zu erläutern. Wir bitten Sie schon heute, durch Ihre Anwesenheit das deutlich gewordene Anliegen der Gemeinden zu unterstützen.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes und uns allen ein friedliches und erfolgreiches Neues Jahr.

 

Anmerkungen: Bei den Hausbesuchen wurden in der Regel nicht alle stimmberechtigten Mitglieder der Pfarrgemeinde angetroffen, so dass das Ergebnis noch viel höher ausgefallen wäre, wenn man jeden persönlich angesprochen hätte. Es gab nur wenige, die nicht unterschreiben wollten, und diese haben ihre Gründe, die wir alle zu akzeptieren haben. Diese verurteilen zu wollen verbietet eine demokratische Einstellung!! Zu jeder funktionierenden Demokratie gehören Gegner und Befürworter einer angestrebten Lösung. Das Ergebnis der Unterschriftenaktion unterstützt das Schreiben der Vorstände des Pfarrgemeinderates und des Kirchenausschusses vom 24.4.2005. Das obige Schreiben (21.12.05) führte bei einigen Mitgliedern des Pfarrgemeinderates zu Irritationen. Den Willen der Unterzeichner kann sicher keiner missachten, wenn er für die Gemeinde arbeiten will. Das Ergebnis ist aber nicht im Sinne eines „imperativen Mandates“, zu sehen, das keinen Spielraum für die neu gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates lässt bzw. zum Boykott gegen jede vom Weihbischof getroffenen Entscheidung aufruft, die anders als die von den Unterzeichnern gewünschte Gemeindefusion aussieht.

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